Was ist eine Trigeminusneuralgie und woran erkennt man sie?
            Medikamente zur Behandlung einer Trigeminusneuralgie
           Operative Eingriffe bei Therapieresistenz
           Glossar: Medizinische Begriffe rund um die Trigeminusneuralgie
Auf dieser Seite finden Sie einige nützliche Informationen über Nervenschmerzen im Gesicht, deren Ursache nur schwer zu diagnostizieren ist.

Es handelt sich dabei um Gesichtsschmerzen (Nervenschmerzen), die an Heftigkeit kaum zu überbieten sind. Die Trigeminusneuralgie ist als blitzartig einschießender, extrem heftiger, elektrisierender und stechender Gesichtsschmerz bekannt.

Die Attacken sind meist einseitig und halten typischerweise Sekunden bis manchmal Minuten lang an. Sie treten sowohl spontan als auch ausgelöst durch äußere Reize wie Berührung, Kauen, Sprechen, Schlucken oder Zähneputzen auf. Zwischen den Attacken besteht völlige Beschwerdefreiheit. Die Attacken können mehrmals täglich über Wochen bis Monate auftreten und in Anfangsstadien spontan über Wochen bis Monate wieder aussetzen.
Letzte Änderung
2.6.2016

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Trigeminusneuralgie

Informationen zum berüchtigten Gesichtsschmerz Trigeminusneuralgie

Therapie bei Trigeminusneuralgie

Typischerweise sprechen die starken Schmerzen der Trigeminusneuralgie auf übliche Schmerzmittel, auch auf sonst sehr stark wirksame Substanzen nicht an.
Da der Schmerz durch Veränderungen am Nerv selbst hervorgerufen wird, kann er oftmals erfolgreich durch Medikamente behandelt werden, die bei anderen Nervenkrankheiten verordnet werden. In der Regel sind das Substanzen, die gegen Epilepsie eingesetzt werden. Das sind zum Beispiel Präparate, die als Wirkstoffe Carbamazepin oder Oxcarbazepin enthalten. Wirken diese nicht, kann auf andere Substanzen wie Lamotrigin oder Gabapentin gewechselt werden. Diese Medikamente wirken alle beruhigend auf die Nervenleitung. Wenn der Arzt solche Medikamente bei einer Trigeminusneuralgie verschreibt, bedeutet das nicht, dass eine Epilepsie die Ursache der Beschwerden ist.
Manchmal kommen auch Medikamente gegen krampfhafte Muskelverspannungen, so genannte Spastiken, oder Psychopharmaka zum Einsatz (Baclofen, Clonazepam). Die Beschwerden werden dann aber nicht als "psychisch" abgetan. Vielmehr haben auch diese Medikamente eine stabilisierende Wirkung auf den Nerv selbst, sodass die Wirkung der Therapie deutlich verbessert werden kann. Allen diesen Medikamenten ist gemeinsam, dass sie nicht nur in der akuten Schmerzphase, sondern mehrfach täglich regelmäßig eingenommen werden müssen, um eine gute Wirkung zu erzielen und erneute Schmerzattacken zu verhindern.
Zur Behandlung der Trigeminusneuralgie mit Medikamenten dieser Art gibt es langjährige Erfahrungen, die eine gute Wirksamkeit belegen. Deswegen sollte dieser Therapieform Vorzug eingeräumt werden. 30 bis 50 Prozent der Patienten werden unter einer medikamentösen Therapie langfristig jedoch nicht schmerzfrei. Manchmal treten die Beschwerden auch trotz Medikamenteneinnahme nach Jahren erneut wieder auf.
Unter diesen Umständen besteht die Möglichkeit, die Beschwerden durch eine Operation zu beseitigen. Wenn die Trigeminusneuralgie durch eine Gefäßschlinge ausgelöst wird, die auf die Nervenfasern Druck ausübt, kommt bei einigen Patienten die Operation nach Jannetta (Mikrovaskuläre Dekompression) durch einen Neurochirurgen in Betracht. Bei dieser wird der Schädel hinter dem Ohr oder vom Hinterhaupt aus eröffnet und die Gefäßschlinge von der Nervenwurzel abgelöst und verlagert. Manchmal wird zur Druckentlastung zusätzlich noch ein Polster zwischen das Blutgefäß und den Nerv eingelegt. In den meisten Fällen beseitigt die Operation die Beschwerden vollständig. Allerdings kommen Rezidive, also das erneute Auftreten der Beschwerden nach einiger Zeit völliger Schmerzfreiheit, vor. Die Operation ist nicht risikolos und hilft nur, wenn ein Blutgefäß Ursache der Trigeminusneuralgie ist(!).
Bei älteren oder durch andere schwere Vorerkrankungen belastete Patienten, für die eine Operation nach Janetta nicht angeraten ist, sowie bei Patienten mit Multipler Sklerose kann ein anderes Verfahren eingesetzt werden, die Thermokoagulation. Um festzustellen, ob durch die Unterbrechung der Nervenleitung eine Besserung zu erzielen ist, wird zuvor ein örtliches Betäubungsmittel um den Nerv herum eingespritzt. Wenn danach eine deutliche Linderung der Beschwerden eintritt, kommt die Thermokoagulation des Nervs in Betracht. Bei dieser Operation wird eine Elektrode an den Trigeminusnerv gebracht, über die ein Hitzereiz gesetzt wird. Bei Temperaturen zwischen 65 und 75 °C werden lediglich die Schmerzfasern des Nervs zerstört, während die Berührungsempfindlichkeit erhalten bleibt. Diese Operation kann in örtlicher Betäubung oder in kurzer Vollnarkose durchgeführt werden. Sie ist risikoärmer, aber manchmal nicht so gut wirksam wie die Operation nach Jannetta. Auch bei der Thermokoagulation kommen Rezidive vor.
Bei der symptomatischen Trigeminusneuralgie, also immer dann, wenn andere Erkrankungen den Beschwerden zu Grunde liegen, sollten diese, wenn möglich, ursächlich angegangen werden. Diese Behandlungen können, je nach Ursache, sowohl die Therapie durch Medikamente als auch verschiedene operative Verfahren einschließen.
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